Symposium ''Internationales Hochschulmarketing'' 2003

Deutschland steht im internationalen Wettbewerb um die klügsten Köpfe an dritter Stelle. Dennoch oder gerade deshalb gibt es Handlungsbedarf für Politik und Hochschulen. Denn bei Auswahl und Betreuung ausländischer Studierender ist nach wie vor vieles verbesserungsfähig. In diesen Kernaussagen waren sich die mehr als 200 deutschen Hochschulvertreter einig, die am 27. und 28. Oktober 2003 in Bonn über Fortschritte und Folgen des internationalen Hochschulmarketings diskutierten.

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Pic 1.3 01.jpgEin weiteres Petitum der Teilnehmer: deutsche Hochschulen wünschen sich nicht unbedingt mehr, aber mehr von den richtigen, also motivierten, talentierten Studierenden auf allen akademischen Niveaus. Die sind aber nur dann zu gewinnen, wenn der Internationalisierungsprozess fortgeführt wird – vor allem im Hinblick auf qualitative Ziele. Ausrichter des Symposiums waren GATE-Germany, DAAD und das Centrum für Hochschulentwicklung (CHE). Auf eine effiziente Mischung aus professioneller Werbung und Information einer- und qualitativ ausgerichteter Zulassung durch die Hochschulen andererseits hob DAAD-Generalsekretär Dr. Christian Bode ab: "Wir müssen auf dem weltweit expandierenden Bildungsmarkt weiter für unser Angebot werben, aber differenziert zulassen." CHE-Leiter Prof. Detlef Müller-Böling unterstrich insbesondere die Aufbruchstimmung in den Hochschulen bei der Einführung gestufter Studiengänge und -abschlüsse. Beim Thema Bachelor und Master, welches vor zwei Jahren noch Zukunftsmusik gewesen sei, habe man enorme Fortschritte erzielt. Dieser Prozess müsse fortgesetzt werden. "Der Erfolg der Bemühungen des Hochschulmarketings spricht für die Qualität der Ausbildung an den deutschen Hochschulen", erklärte HRK-Präsident Prof. Peter Gaehtgens. "Mehr Bildungsausländer verlangen aber auch mehr Service und Betreuung. Dafür benötigen die Hochschulen Geld, das nicht allein über die öffentlichen Haushalte aufzubringen ist."

Die positive Entwicklung bei der Internationalisierung der deutschen Hochschulen führte Prof. Max G. Huber, Sprecher des Hochschulkonsortiums GATE-Germany und Vizepräsident des DAAD, vor allem auf die Qualität des Bildungsstandortes Deutschland mit einer "soliden und modernen akademischen Ausbildung" zurück. Zudem biete er die Möglichkeit, "vielfältiges kulturelles Leben im Herzen Europas" kennenzulernen. Beide Komponenten gelte es für die Vermarktung einzusetzen.

Zu den finanziellen Rahmenbedingungen ergänzte HRK-Präsident Gaehtgens, dass man den Hochschulen quantitativ und qualitativ nicht immer mehr abverlangen und gleichzeitig die Budgets weiter kürzen könne. Für das Bundesministerium für Bildung und Forschung kündigte Ministerialdirigent Dr. Hermann Müller-Solger an, dass die Regierung die Hochschulen bei ihrer internationalen Vermarktung weiter finanziell unterstützen werde. Zahlreiche Diskutanten forderten die Politik auf, die Rahmenbedingungen zu verbessern, damit z.B. Nachwuchseliten aus dem Ausland Deutschland nach der Ausbildung nicht gleich wieder verlassen müssen. Die Verabschiedung des Zuwanderungsgesetzes sei dazu ein notwendiger Schritt.

Dr. Georg Krawietz

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