Länderprofile

Das Hochschulkonsortium GATE-Germany bietet mit den Länderprofilen eine Publikationsreihe, die deutschen Hochschulen und Bildungseinrichtungen wichtige Hintergrundinformationen zu ausgewählten Zielländern des internationalen Hochschulmarketings liefert. Die Länderprofile bieten Informationen und Hilfestellung bei der Anwerbung internationaler Studierender, dem Export von Bildungsangeboten und der Anbahnung von Hochschulkooperationen. Sie geben Einblicke in die Bereiche Hochschule und Forschung, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Neben journalistischen Artikeln und wissenschaftlichen Analysen berichten ausländische und deutsche Studierende, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und Kulturschaffende über ihre Erfahrungen im jeweils anderen Land.

Großbritannien

Auf Studierende und Wissenschaftler aus aller Welt üben britische Hochschulen seit jeher eine große Anziehung aus. So ist Großbritannien nach den Vereinigten Staaten das Land mit den meisten internationalen Studierenden. Für deutsche Studierende ist es das drittwichtigste Zielland. In internationalen Hochschulrankings stehen britische Hochschulen ebenfalls auf führenden Plätzen.

In der Berichterstattung über die britische Hochschullandschaft sind jedoch seit einiger Zeit die öffentlichen Mittelkürzungen und die drastische Erhöhung der Studiengebühren das dominierende Thema. Die Auswirkungen auf den Bildungssektor und auf das Interesse internationaler, aber auch die Mobilität britischer Studierender bleiben noch abzuwarten. Einige aufschlussreiche Erkenntnisse und Trends lassen sich bei genauer Betrachtung des Bildungs- und Forschungssektors und der jüngsten Reformen jedoch jetzt schon gewinnen.

 

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Vietnam

Neben der wirtschaftlichen Öffnung des Landes bemüht sich Vietnam seit Jahren, durch einen ehrgeizigen Reformkurs den Hochschulsektor zu verbessern. Die Entwicklung von Forschungsuniversitäten der Spitzenklasse ist einer der Eckpfeiler der nationalen Bildungspolitik: Bis 2020 sollen vier vietnamesische Hochschulen zur Gruppe der 200 weltweit besten zählen. Vor diesem Hintergrund stellt die Vietnamesisch-Deutsche Universität (VGU), 2008 als Forschungsuniversität nach deutschem Vorbild gegründet, auch ein Modell für die Weiterentwicklung vietnamesischer Hochschulen dar. Viele Vietnamesen, die heute Führungspositionen bekleiden,  haben wie der Vizepremierminister Prof. Dr. Nguyen Thien Nhan in Deutschland, v.a. in der ehemaligen DDR, studiert. Die Verbundenheit mit Deutschland, die sich u.a. in Hochschulpartnerschaften und Alumni-Vereinen zeigt, ist daher besonders groß.

 

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Argentinien

Argentinien, oftmals als das "europäischste" Land Lateinamerikas bezeichnet, verbindet vieles mit Deutschland und dem deutschen Hochschulsystem. Die staatlichen Universitäten entsprechen in ihrer Struktur, Autonomie und mit ihren fachlichen Standards in vielerlei Hinsicht den deutschen.

Diese Ausgabe der Länderprofile beleuchtet den Hochschulmarkt Argentiniens und die bildungspolitischen Herausforderungen, mit denen das Land insbesondere seit seiner großen Wirtschaftskrise 2001/02 kämpft. Vorgestellt werden die wichtigsten Aspekte der Hochschulzusammenarbeit, wie das 2010 gegründete Deutsch-Argentinische Hochschulzentrum, und zahlreiche gemeinsame Projekte, so z. B. in der Polar- und Meeresforschung.

 

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Indien

Indien und Deutschland verbinden 60 Jahre diplomatische Beziehungen. Aus diesem Anlass zeigt das Deutschlandjahr "Germany and India 2011-2012: Infinite Opportunities" in sieben indischen Megastädten, wie intensiv und zukunftsorientiert der Austausch zwischen beiden Ländern ist. Das gilt auch für die Zusammenarbeit in Forschung und Hochschulbildung. Indien, der drittgrößte Bildungsmarkt der Welt, will zu den führenden Wissenschaftsnationen aufschließen und setzt zunehmend auf die Qualifizierung breiter Bevölkerungsschichten.

Das Länderprofil Indien bietet eine Fülle von Hintergrundinformationen, die für die Anbahnung neuer Kooperationen, den Export von Bildungsangeboten und die Rekrutierung internationaler Studierender nützlich sein können.

Mit dieser Ausgabe zeigt sich die bewährte Publikationsreihe des Hochschulkonsortiums GATE-Germany zugleich in neuer redaktioneller Gestalt und frischer Optik.

 

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Polen

Deutschland steht mit seinem Nachbarland Polen in einem engen politischen, kulturellen und wissenschaftlichen Austausch. Der Hochschulkompass der HRK verzeichnet derzeit 930 Kooperationen, über die deutsche und polnische Hochschulen miteinander verbunden sind. Etwa 2,3 Millionen Menschen lernen in Polen aktuell Deutsch als Fremdsprache, als Gastland rangiert Deutschland für polnische Studierende an erster Stelle. Eine wichtige Rolle spielen für beide Seiten die Einrichtung gemeinsamer Studiengänge mit Doppelabschlüssen und der Aufbau englischsprachiger Studienprogramme.

Deutsche Forschungseinrichtungen sind ebenfalls in Polen vertreten - beispielsweise die Max-Planck-Gesellschaft mit vier gemeinsamen Forschungsgruppen mit der Polnischen Akademie der Wissenschaften und verschiedenen Universitäten oder das Dresdner Fraunhofer-Instituts für Werkstoff und Strahltechnik mit einem Forschungszentrummit der Technischen Universität Wrocław/Breslau.

 

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China

Das Länderprofil China zeigt das Potenzial des chinesischen Hochschul- und Forschungsmarktes auf und geht dabei auch auf die neueren Entwicklungen ein wie beispielsweise die Bildungsziele, die die chinesische Regierung im Jahr 2010 veröffentlicht hat. Darin sind eine Reihe von Meilensteinen festgelegt, die bis 2020 erreicht werden sollen, u.a. die Erhöhung der Bildungsausgaben von knapp 3,6 auf 4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Der Anteil der ausländischen Gaststudierenden in China soll verdoppelt und ausländische Forscher, Hochschullehrer und Verwaltungsexperten verstärkt ins Land geholt werden. Die chinesischen Studierenden sind weltweit die mobilsten und stellen mit 12,6 Prozent den größten Anteil der Bildungsausländer an deutschen Hochschulen. Sie zeigen in der Regel ein hohes Maß an Disziplin und Lernwillen, benötigen jedoch häufig größere Unterstützung von den Gasthochschulen beim Wechsel vom chinesischen zum deutschen Hochschulsystem.

 

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USA

Nach Französisch und Spanisch ist Deutsch mit circa 94.000 Studierenden die am dritthäufigsten gewählte Fremdsprache an US-amerikanischen Hochschulen. Das Interesse amerikanischer Studierender an Aufenthalten in Deutschland nimmt zu; im Fokus stehen dabei aber eher Kurzaufenthalte von wenigen Wochen und die Teilnahme an englischsprachigen Angeboten. Deutschland rangiert Angaben der UNESCO zufolge als Zielland für amerikanische Gaststudierende auf Platz fünf hinter England, Kanada, Frankreich und Australien. Für deutsche Studierende sind die Vereinigten Staaten wiederum das viertwichtigste Zielland nach Österreich, England und den Niederlanden. In der Diskussion um die Hochschulreformen in Deutschland wird das amerikanische System oft als Modell herangezogen und dabei vor allem das professionelle Fundraising, die gute Ausstattung oder die hervorragenden Betreuungsrelationen als vorbildhaft zitiert. Dieses Bild spiegelt jedoch lediglich einen vergleichsweise kleinen Ausschnitt des US-Hochschulsystems wider, nämlich die Situation an privaten Universitäten.

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Türkei

Der Bildungssektor in der Türkei steht vor großen Herausforderungen und entsprechend steigt auch das Interesse an Kooperationen mit dem Ausland. Die Nachfrage nach Studienplätzen ist wesentlich höher als das Angebot. Zurzeit gibt es doppelt so viele Bewerber wie Plätze. Insbesondere für die Fächer Ingenieurwissenschaften und Medizin interessieren sich wesentlich mehr Studierende als von den Hochschulen angenommen werden können. Die türkische Regierung unternimmt deswegen erhebliche Anstrengungen um das Hochschulwesen auszubauen.

Das Interesse an grundständigen Studiengängen in Deutschland ist hoch; immer wieder nachgefragt werden englischsprachige Bachelorprogramme und Stipendien sowie die Möglichkeit, Deutschkurse im Vorfeld einer eventuellen Studienaufnahme direkt an der Hochschule zu belegen. Einen Meilenstein in der Bildungskooperation stellt die Deutsch-Türkische Universität (DTU) dar, die aller Voraussicht nach 2012/13 ihren Lehrbetrieb aufnehmen wird.

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Südafrika

Südafrika stellt in der Region ein wichtiges Ankerland für deutsch-afrikanische Hochschul- und Forschungskooperationen dar. So nutzt der DAAD beispielsweise die Deutsch-Afrikanischen Fachzentren in Südafrika, um auch Studierende aus anderen afrikanischen Ländern zu unterstützen und ihnen über sogenannte Drittlandstipendien Zugang zu Studienprogrammen zu ermöglichen. Das größte DAAD-Programm bilden die In-Country-Scholarships, mit denen der wissenschaftliche Nachwuchs im Land gefördert wird.

Bildung hat in Südafrika einen hohen Stellenwert, da sie als Schlüssel zur Chancengleichheit betrachtet wird. Während bisher noch vergleichsweise wenige Studierende die Chance nutzen, in Deutschland zu studieren, ist das Interesse südafrikanischer Hochschullehrer und Forscher an der Zusammenarbeit mit deutschen Hochschulen sowie am wissenschaftlichen Austausch generell sehr hoch.

 

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Brasilien

Das Interesse an Deutschland seitens der Brasilianer ist hoch: Allein in den drei südlichsten Bundesstaaten leben über 40 Prozent aller Deutschlernenden Südamerikas. Die Deutsche Schule in São Paulo ist mit 10.000 Schülerinnen und Schülern die größte deutsche Begegnungsschule weltweit. Zu den Faktoren, die Deutschen in Brasilien besonders auffallen – seien sie als Gastdozenten an der Uni oder in deutschen Firmen vor Ort tätig – gehört das hohe Bildungsengagement der Brasilianer. Für einen beträchtlichen Prozentsatz der brasilianischen Studierenden sind spätestens ab dem dritten Semester doppelte Arbeitstage selbstverständlich. Während sie tagsüber berufstätig sind, fahren sie abends an die Uni, um zu studieren. Die Hochschulen sind darauf eingestellt und bieten Lehrveranstaltungen im Schichtbetrieb an.

 

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Russland

3,3 Millionen Deutschlerner gibt es in Russland – so viele wie in keinem anderen Land der Welt. Gerade auf wissenschaftlicher Ebene haben sich die deutsch-russischen Beziehungen seit dem Ende der Sowjetunion enorm weiterentwickelt. Deutschland ist das wichtigste Zielland für russische Studierende, die ins Ausland gehen. Neben dem allgemeinen Interesse an Deutschland und den verbreitet guten Deutschkenntnissen (auch wenn Englisch inzwischen im Fremdsprachenunterricht auf den ersten Platz gerückt ist), spielen auch die vergleichsweise niedrigen Studiengebühren in Deutschland dabei eine Rolle. Bei Kooperationen sind nicht nur die russischen Hochschulen, sondern vor allem auch die außeruniversitären Forschungseinrichtungen wichtige Partner für die deutschen Hochschulen. Das hängt mit einer Besonderheit des russischen Systems zusammen: der weitgehenden Trennung von Forschung und Lehre. Während Hochschulen sich stark auf die Lehre konzentrieren, findet die Forschung in erster Linie an den Instituten der Akademie der Wissenschaften statt.

 

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Baltische Staaten

Litauen, Lettland und Estland sind Deutschland historisch eng verbunden: Deutschland zählt heute zu ihren wichtigsten Handelspartnern und ist eines der bevorzugten Zielländer für lettische, estnische und litauische Studierende. Diese Studierenden betrachten das Studium an einer deutschen Hochschule als große Chance; sie gelten als äußerst leistungsbereit und hochmotiviert. Auch wenn sie sich über das Leben in Deutschland begeistert äußern, bleiben sie ihren Herkunftsländern in der Regel sehr verbunden und kehren nach Abschluss des Studiums meist dorthin zurück. Dennoch ist auch eine zunehmende Orientierung der Studierenden in Richtung der angelsächsischen Länder zu beobachten. Das hängt nicht zuletzt mit der Sprache zusammen. Die traditionell guten Beziehungen, die zwischen Deutschland und den drei baltischen Staaten bestehen, bilden ein Potenzial, das weiter ausgebaut werden kann. Bereits bestehende gute Kooperationen gibt es unter anderem in den Rechtswissenschaften; an der Reform dieser Disziplin in den baltischen Staaten nach dem Ende der Sowjetzeit waren deutsche Juristen maßgeblich beteiligt.

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Golfstaaten

Die Golfstaaten gehören nicht nur wirtschaftlich zu den dynamischsten Regionen überhaupt, sie haben auch im Hochschulsektor enorme Wachstumsraten zu verzeichnen. Während deutsche Unternehmen am Wirtschaftsboom stark partizipieren, sind deutsche Hochschulen auf den dortigen Bildungsmärkten kaum präsent. Dies ist umso erstaunlicher, als Deutschland am Golf einen sehr guten Ruf hat. Unter den Importländern der sechs Mitgliedsstaaten des Golfkooperationsrates belegt Deutschland jeweils einen der vorderen Plätze. Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) sind der größte Wirtschaftspartner Deutschlands im arabischen Raum.

Deutsche Hochschulen und Bildungspolitiker auf Bund- und Länderebene haben die Bedeutung der Region als Markt für Bildungsdienstleistungen längst entdeckt. Dennoch ist es bislang noch nicht gelungen, dort wirklich Fuß zu fassen. Einige positive Beispiele weisen aber den Weg, so z.B. die vom DAAD unterstützte German University of Technology (GUtech), die von der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen gemeinsam mit regionalen Partnern im Oman gegründet wurde.

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