Länderprofile
Das Hochschulkonsortium GATE-Germany bietet mit den Länderprofilen eine Publikationsreihe, die deutschen Hochschulen und Bildungseinrichtungen wichtige Hintergrundinformationen zu ausgewählten Zielländern des internationalen Hochschulmarketings liefert. Die Länderprofile sind als Leitfäden gedacht und bieten Hilfestellung bei der Anwerbung internationaler Studierender, dem Export von Bildungsangeboten und der Anbahnung von Hochschulkooperationen.
Indien

Indien und Deutschland verbinden 60 Jahre diplomatische Beziehungen. Aus diesem Anlass zeigt das Deutschlandjahr "Germany and India 2011-2012: Infinite Opportunities" in sieben indischen Megastädten, wie intensiv und zukunftsorientiert der Austausch zwischen beiden Ländern ist. Das gilt auch für die Zusammenarbeit in Forschung und Hochschulbildung. Indien, der drittgrößte Bildungsmarkt der Welt, will zu den führenden Wissenschaftsnationen aufschließen und setzt zunehmend auf die Qualifizierung breiter Bevölkerungsschichten.
Das Länderprofil Indien bietet eine Fülle von Hintergrundinformationen, die für die Anbahnung neuer Kooperationen, den Export von Bildungsangeboten und die Rekrutierung internationaler Studierender nützlich sein können.
Mit dieser Ausgabe zeigt sich die bewährte Publikationsreihe des Hochschulkonsortiums GATE-Germany zugleich in neuer redaktioneller Gestalt und frischer Optik.
Polen
Das Länderprofil widmet sich dem Nachbarland Polen, das mit Deutschland in einem engen politischen, kulturellen und wissenschaftlichen Austausch steht. Der Hochschulkompass der HRK verzeichnet derzeit 930 Kooperationen, über die deutsche und polnische Hochschulen miteinander verbunden sind. Etwa 2,3 Millionen Menschen lernen in Polen aktuell die Fremdsprache Deutsch, als Gastland rangiert Deutschland für polnische Studierende an erster Stelle. Die polnische Seite hat ein großes Interesse an der Gewinnung deutscher Studierender und Gastwissenschaftler. Eine wichtige Rolle spielen dabei die Einrichtung gemeinsamer Doppel-Diplom-Studiengänge sowie der Aufbau englischsprachiger Studienprogramme.
Die deutschen außeruniversitären Forschungseinrichtungen sind ebenfalls in Polen vertreten. So hat die Max-Planck-Gesellschaft beispielsweise mit der Polnischen Akademie der Wissenschaften und verschiedenen Universitäten vier Forschungsgruppen eingerichtet. Auch die Fraunhofer Gesellschaft ist aktiv: Das Länderprofil stellt das gemeinsame Forschungszentrum des Dresdner Fraunhofer-Instituts für Werkstoff und Strahltechnik und der Technischen Universität Wrocław/Breslau vor.
China
Das Interesse an Kooperationen mit China ist ungebrochen. Das Länderprofil China zeigt das Potenzial des dortigen Hochschul- und Forschungsmarktes auf und geht dabei auch auf die neueren Entwicklungen ein. Zu diesen gehören beispielsweise die Bildungsziele, die die chinesische Regierung im Jahr 2010 veröffentlicht hat. Darin sind eine Reihe von Meilensteinen festgelegt, die bis 2020 erreicht werden sollen, unter anderem die Erhöhung der Bildungsausgaben von knapp 3,6 auf vier Prozent, gemessen am Bruttoinlandsprodukt. Eine wichtige Rolle spielt auch die Internationalisierung des Hochschulsystems. So sollen der Anteil der ausländischen Gaststudierenden verdoppelt und ausländische Forscher, Hochschullehrer und Verwaltungsexperten verstärkt ins Land geholt werden. Die chinesischen Studierenden sind weltweit die mobilsten und stellen mit 12,6 Prozent den größten Anteil der Bildungsausländer an deutschen Hochschulen. Laut Statistischem Bundesamt wählen sie bevorzugt Fächer wie Wirtschaftswissenschaften, Informatik oder Maschinenbau. Sie zeigen in der Regel ein hohes Maß an Disziplin und Lernwillen, tun sich jedoch häufig schwer mit dem Wechsel vom chinesischen zum deutschen Hochschulsystem. Es liegt daher an den Gasthochschulen, ihnen die nötige Unterstützung zukommen zu lassen.
USA
Der Austausch mit den USA hat sich in den letzten Jahren deutlich intensiviert. Das Interesse amerikanischer Studierender an Aufenthalten in Deutschland nimmt zu; im Fokus stehen dabei Kurzaufenthalte von wenigen Wochen sowie die Teilnahme an englischsprachigen Angeboten. Nach Französisch und Spanisch ist Deutsch mit circa 94.000 Studierenden die am dritthäufigsten gewählte Fremdsprache an den US-amerikanischen Hochschulen.
Deutschland rangiert Angaben der UNESCO zufolge als Zielland für amerikanische Gaststudierende auf Platz fünf hinter England, Kanada, Frankreich und Australien. Für deutsche Studierende sind die Vereinigten Staaten wiederum das viertwichtigste Gastland (nach Österreich, England und den Niederlanden). In der Diskussion um die Hochschulreformen in Deutschland wird das amerikanische System oft als Modell herangezogen und dabei vor allem das professionelle Fundraising, die gute Ausstattung oder die hervorragenden Betreuungsrelationen als vorbildhaft zitiert. Dieses Bild spiegelt jedoch lediglich einen vergleichsweise kleinen Ausschnitt des US-Hochschulsystems wider, nämlich die Situation an den privaten Universitäten.
Türkei
Der Bildungssektor in der Türkei steht vor großen Herausforderungen und entsprechend steigt auch das Interesse an Kooperationen mit dem Ausland. Die Nachfrage nach Studienplätzen ist wesentlich höher als das Angebot; zurzeit gibt es doppelt so viele Bewerber wie Plätze. Insbesondere für die Fächer Ingenieurwissenschaften und Medizin interessieren sich wesentlich mehr Studierende als von den Hochschulen angenommen werden können. Die türkische Regierung unternimmt deswegen erhebliche Anstrengungen, um das Hochschulwesen auszubauen.
Das Interesse an grundständigen Studiengängen in Deutschland ist hoch; immer wieder nachgefragt werden englischsprachige Bachelorprogramme und Stipendien sowie die Möglichkeit, Deutschkurse im Vorfeld einer eventuellen Studienaufnahme direkt an der Hochschule zu belegen. Einen Meilenstein in der Bildungskooperation stellt die Deutsch-Türkische Universität (DTU) dar, die aller Voraussicht nach 2012/13 ihren Lehrbetrieb aufnehmen wird.
Südafrika
Südafrika stellt in der Region ein wichtiges Ankerland für deutsch-afrikanische Hochschul- und Forschungskooperationen dar. So nutzt der DAAD beispielsweise die Deutsch-Afrikanischen Fachzentren in Südafrika, um auch Studierende aus anderen afrikanischen Ländern zu unterstützen und ihnen über sogenannte Drittlandstipendien Zugang zu Studienprogrammen zu ermöglichen. Das größte DAAD-Programm bilden die In-Country-Scholarships, mit denen der wissenschaftliche Nachwuchs im Land gefördert wird.
Bildung hat in Südafrika einen hohen Stellenwert, da sie als Schlüssel zur Chancengleichheit betrachtet wird. Während bisher noch vergleichsweise wenige Studierende die Chance nutzen, in Deutschland zu studieren, ist das Interesse südafrikanischer Hochschullehrer und Forscher an der Zusammenarbeit mit deutschen Hochschulen sowie am wissenschaftlichen Austausch generell sehr hoch.
Brasilien
Das Interesse an Deutschland seitens der Brasilianer ist hoch: Allein in den drei südlichsten Bundesstaaten leben über 40 Prozent aller Deutschlernenden Südamerikas. Die Deutsche Schule in São Paulo ist mit 10.000 Schülerinnen und Schülern die größte deutsche Begegnungsschule weltweit. Zu den Faktoren, die Deutschen in Brasilien besonders auffallen – seien sie als Gastdozenten an der Uni oder in deutschen Firmen vor Ort tätig – gehört das hohe Bildungsengagement der Brasilianer. Für einen beträchtlichen Prozentsatz der brasilianischen Studierenden sind spätestens ab dem dritten Semester doppelte Arbeitstage selbstverständlich. Während sie tagsüber berufstätig sind, fahren sie abends an die Uni, um zu studieren. Die Hochschulen sind darauf eingestellt und bieten Lehrveranstaltungen im Schichtbetrieb an.
Russland
3,3 Millionen Deutschlerner gibt es in Russland – so viele wie in keinem anderen Land der Welt. Gerade auf wissenschaftlicher Ebene haben sich die deutsch-russischen Beziehungen seit dem Ende der Sowjetunion stark weiterentwickelt. Deutschland ist das wichtigste Zielland für russische Studierende, die ins Ausland gehen. Neben dem allgemeinen Interesse an Deutschland und den verbreitet guten Deutschkenntnissen (auch wenn Englisch inzwischen im Fremdsprachenunterricht auf den ersten Platz gerückt ist), spielen auch die vergleichsweise niedrigen Studiengebühren in Deutschland dabei eine Rolle. Bei Kooperationen sind nicht nur die russischen Hochschulen, sondern vor allem auch die außeruniversitären Forschungseinrichtungen wichtige Partner für die deutschen Hochschulen. Das hängt mit einer Besonderheit des russischen Systems zusammen: der weitgehenden Trennung von Forschung und Lehre. Während Hochschulen sich stark auf die Lehre konzentrieren, findet die Forschung in erster Linie an den Instituten der Akademie der Wissenschaften statt.
Baltische Staaten
Im Fokus dieser Ausgabe stehen die neuen EU-Mitgliedsstaaten Litauen, Lettland und Estland. Die baltischen Staaten sind Deutschland historisch eng verbunden, Deutschland zählt heute zu ihren wichtigsten Handelspartnern – und ist eines der bevorzugten Zielländer für lettische, estnische und litauische Studierende. Diese Studierenden betrachten das Studium an einer deutschen Hochschule als große Chance; sie gelten als äußerst leistungsbereit und hochmotiviert. Auch wenn sie sich über das Leben in Deutschland begeistert äußern, bleiben sie ihren Herkunftsländern in der Regel sehr verbunden und kehren nach Abschluss des Studiums meist nach Hause zurück. Dennoch beobachten deutsche Hochschullehrer, die vor Ort tätig sind, eine zunehmende Orientierung der Studierenden in Richtung der angelsächsischen Länder. Das hängt nicht zuletzt mit der Sprache zusammen. Die traditionell guten Beziehungen und die Grundsympathien, die zwischen Deutschland und den drei baltischen Staaten bestehen, bilden ein Potenzial, das weiter ausgebaut werden kann. Bereits bestehende gute Kooperationen gibt es unter anderem in den Rechtswissenschaften; an der Reform dieser Disziplin in den baltischen Staaten nach dem Ende der Sowjetzeit waren deutsche Juristen maßgeblich beteiligt.
Golfstaaten
Die Golfstaaten gehören nicht nur wirtschaftlich zu den dynamischsten Regionen überhaupt, sie haben auch im Hochschulsektor enorme Wachstumsraten zu verzeichnen. Während deutsche Unternehmen am Wirtschaftsboom stark partizipieren, sind deutsche Hochschulen auf den dortigen Bildungsmärkten jedoch kaum präsent. Dies ist umso erstaunlicher, als Deutschland am Golf einen sehr guten Ruf hat. Unter den Importländern der sechs Mitgliedsstaaten des Golfkooperationsrates belegt Deutschland jeweils einen der vorderen Plätze. Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) sind der größte Wirtschaftspartner Deutschlands im arabischen Raum.
Deutsche Hochschulen und Bildungspolitiker auf Bund- und Länderebene haben die Bedeutung der Region als Markt für Bildungsdienstleistungen entdeckt. Dennoch ist es bislang noch nicht gelungen, dort wirklich Fuß zu fassen. Einige positive Beispiele weisen aber den Weg, so z.B. die vom DAAD unterstützte German University of Technology (GUtech), die von der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen gemeinsam mit regionalen Partnern im Oman gegründet wurde. Die GUtech bietet ingenieurwissenschaftliche Studiengänge nach deutschem Modell an.



